Finanzen · MWST
Ab hunderttausend
wird sie Pflicht.
Die Mehrwertsteuer ist keine Steuer der Firma – sie ist eine, die du für den Bund einziehst. Wer das versteht, hat die MWST verstanden.
8.1 %
Normalsatz
Die grosse Mehrheit aller Umsätze.
3.8 %
Beherbergung
Übernachtungen inkl. Frühstück in Hotels.
2.6 %
Reduziert
Lebensmittel, Bücher, Medikamente.
Abrechnungsmethoden
Effektiv oder Saldo?
Für kleine Umsätze bietet die ESTV zwei vereinfachte Verfahren. Wähle bewusst – ein Wechsel ist erst nach 1–3 Jahren wieder möglich.
Effektive Methode
Du verrechnest jeden Umsatz mit dem korrekten Satz und ziehst die auf Eingangsrechnungen bezahlte Vorsteuer ab. Genau, aber administrativ aufwändig.
Saldosteuersatz
Möglich bis CHF 5.024 Mio. Umsatz und CHF 108'000 Steuer. Du fakturierst mit den regulären Sätzen, führst aber branchenspezifische Pauschalsätze an die ESTV ab (z.B. 6.2 % Beratung). Kein Vorsteuerabzug.
Häufige Fragen
MWST-FAQ
Die Fragen, die uns Gründer:innen und KMU rund um die Mehrwertsteuer am häufigsten stellen.
Ab wann bin ich MWST-pflichtig?
Ab CHF 100'000 weltweitem Umsatz aus steuerbaren Leistungen. Achtung: auch Auslandsumsätze zählen zur Schwelle, selbst wenn sie in der Schweiz von der MWST ausgenommen sind. Für Vereine und gemeinnützige Organisationen liegt die Schwelle bei CHF 250'000.
Lohnt sich eine freiwillige Registrierung?
Unter der Schwelle kannst du dich freiwillig anmelden – sinnvoll, wenn du viele B2B-Kund:innen hast (die die MWST als Vorsteuer zurückholen) und du selbst hohe Vorsteuer-Beträge auf Investitionen erzielst. Bei reinen B2C-Angeboten macht die freiwillige Anmeldung dich typischerweise 8.1 % teurer.
Was muss zwingend auf jede Rechnung?
Folgende Angaben sind zwingend:
- Name und Adresse des Leistungserbringers
- UID-Nummer (CHE-…MWST)
- Name und Adresse des Leistungsempfängers
- Datum und Art der Leistung
- Entgelt (netto) und angewandter Steuersatz
- Betrag der geschuldeten MWST
Wie oft muss ich abrechnen?
Standard: quartalsweise (effektive Methode) bzw. halbjährlich (Saldosteuersatz). Abgabe- und Zahlungsfrist: 60 Tage nach Ende der Abrechnungsperiode. Verspätung kostet Verzugszins (aktuell 4.75 %).
Effektiv oder Saldosteuersatz – was ist besser?
Saldo ist administrativ deutlich schlanker und meist günstiger, wenn du wenige Vorsteuer-Belege hast (typisch: Beratung, Dienstleistung). Effektiv lohnt sich, sobald du hohe Investitionen oder Wareneinkauf hast. Wechsel: nach 1 Jahr (Saldo → Effektiv) bzw. 3 Jahren (Effektiv → Saldo).
Was passiert, wenn ich die Schwelle überschreite und mich nicht melde?
Die ESTV meldet dich rückwirkend an – ab dem Zeitpunkt der Schwellenüberschreitung. Du musst die MWST für alle bereits gestellten Rechnungen abliefern (auch wenn du sie nicht kassiert hast) plus Verzugszinsen. Melde dich innerhalb von 30 Tagen nach Erreichen der Schwelle.
Welche Leistungen sind von der MWST ausgenommen?
Bildung, Gesundheit, Sozialwesen, Vermietung von Wohnraum, Finanz- und Versicherungsleistungen. Diese Umsätze zählen nicht zur 100'000er-Schwelle und berechtigen auch nicht zum Vorsteuerabzug.
Kann ich die MWST auf Auto, Handy und Homeoffice abziehen?
Nur den geschäftlich genutzten Anteil. Bei gemischter Nutzung: nachvollziehbarer Verteilschlüssel dokumentieren (z. B. Fahrtenbuch, m²-Anteil). Rein private Aufwendungen (Essen, Hobbys) sind nicht abzugsfähig.
Nicht auf die MWST vergessen
Quellen & weiterführend
