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RechtAllgemeine Geschäftsbedingungen.
Standardvertragsklauseln. Muss beim Vertragsschluss klar akzeptiert werden. Ungewöhnliche Klauseln sind ungültig (Ungewöhnlichkeitsregel).
Glossar
Alle Fachbegriffe, die bei einer Schweizer Gründung immer wieder auftauchen – kurz definiert, im Kontext eingeordnet.
86 von 86 Begriffen
Allgemeine Geschäftsbedingungen.
Standardvertragsklauseln. Muss beim Vertragsschluss klar akzeptiert werden. Ungewöhnliche Klauseln sind ungültig (Ungewöhnlichkeitsregel).
Aufgeld über dem Nennwert.
Wird eine Aktie über Nennwert ausgegeben, ist die Differenz das Agio. Fliesst in die gesetzlichen Reserven.
1. Säule der Vorsorge.
Selbstständige: ca. 10% des Nettoeinkommens, Angestellte: 5.3% (paritätisch mit Arbeitgeber = 10.6% total). Beitragspflichtig ab CHF 2'500 Einkommen als Selbstständige.
Vertrag zwischen Aktionären.
Regelt Vorkaufs-, Mitverkaufs- und Drag-Along-Rechte, Vesting und Governance über die Statuten hinaus. Nur zwischen Unterzeichnenden bindend.
Arbeitslosenversicherung.
2.2% Lohnabzug (paritätisch = 1.1% je Seite) bis CHF 148'200. Solidaritätsprozent 1% darüber. Selbstständige: nicht versichert.
Verwässerungsschutz.
Schützt Investor:innen bei Down-Rounds: Weighted Average (fair) oder Full Ratchet (aggressiv). Aktien werden nachträglich angepasst.
Verwaltet AHV/IV/EO/FamZG-Beiträge.
Kantonal oder branchenspezifisch (Verbandsausgleichskassen). Anmeldung als Selbstständige:r zwingend – prüft auch den Status.
Entlastung für Holding-Erträge.
Gewinnsteuer auf Dividenden aus qualifizierten Beteiligungen wird proportional reduziert – im Ergebnis oft null. Ersetzt seit STAF den Holding-Status.
Momentaufnahme Aktiven & Passiven.
Zum Stichtag: was besitzt die Firma (Aktiven) vs. wem gehört es (Fremd- + Eigenkapital). Muss ausgeglichen sein.
Monatlicher Nettoverbrauch.
Gross Burn: Ausgaben. Net Burn: Ausgaben minus Einnahmen. Runway = Cash / Net Burn = wie viele Monate reicht das Geld.
Berufliche Vorsorge.
Für Angestellte obligatorisch ab BVG-Lohn CHF 22'680 (2025). Selbstständige freiwillig oder gar nicht – Lücke sollte über 3. Säule oder AG mit eigenem Lohn geschlossen werden.
'Care of' – bei jemand anderem.
Verwendbar, wenn der HR-Sitz nicht die eigene Adresse ist (z.B. bei Treuhänder). Muss im HR eingetragen sein.
Übersicht der Beteiligungsverhältnisse.
Excel oder Tool (z.B. Ledgy) mit allen Aktien, Optionen und Verwässerung. Für jede Finanzierungsrunde entscheidend.
Effektive Geldflüsse.
Anders als Gewinn: nur echte Zahlungsströme. Free Cashflow = Operativer CF minus Investitionen. Für Startups oft wichtiger als Gewinn.
Sperrfrist beim Vesting.
Meist 12 Monate: Verlässt man die Firma vorher, erhält man 0 Anteile. Danach vestet monatlich oder quartalsweise.
Wandeldarlehen.
Darlehen, das bei einer späteren Finanzierungsrunde in Aktien wandelt. Beliebt bei Seed-Runden, weil Bewertung aufgeschoben wird.
Rechtssitz der Firma.
Kann Home-Office, Coworking oder Business-Center sein. Bei Untermiete: Zustimmung Vermieter. Änderung erfordert HR-Mutation.
Mitverkaufsrechte.
Drag-Along: Mehrheit kann Minderheit zum Mitverkauf zwingen. Tag-Along: Minderheit darf beim Verkauf der Mehrheit mitverkaufen.
Datenschutzgesetz (revidiert 2023).
Verschärfte Informationspflichten, Datenschutz-Folgenabschätzung, Meldepflicht bei Datenpannen. Bussen bis CHF 250'000 gegen Verantwortliche.
Prüfung vor Investment/Kauf.
Rechtlich, finanziell, technisch. Investoren prüfen Verträge, Cap Table, IP, Steuern. Sauberer Datenraum beschleunigt den Prozess.
Behördenportal des Bundes.
Online-Plattform für Handelsregister-, MWST-, AHV-Anmeldung und weitere Behördengänge. Für einfache Gründungen der schnellste Weg.
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen.
Näherung für operativen Cashflow. Standard-Kennzahl für Bewertung und Bankfinanzierung. EBITDA-Marge = EBITDA / Umsatz.
CHF 22'680 Jahreslohn (2025).
Ab diesem Lohn ist BVG obligatorisch. Darunter freiwillig oder Firmenlösung mit tieferer Schwelle.
1% Bundesabgabe auf Eigenkapital.
Bei Gründung/Erhöhung: 1% auf Kapital über CHF 1 Mio. Erste Million ist freibetrag. Für KMU-Gründungen meist irrelevant.
Ertrag minus Aufwand = Gewinn.
Zeigt die Ertragslage über eine Periode (meist Kalenderjahr). Endet mit Reingewinn/-verlust, der in die Bilanz übergeht.
Employee Stock Option Plan.
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Schweizerspezifisch: Vesting, Steuerpflicht bei Vergabe oder Ausübung, oft mit Sperrfristen.
150% Abzug für Forschung.
Personalaufwand für qualifizierende F&E kann mit bis zu 150% abgezogen werden. Kantonal geregelt.
Kinder- und Ausbildungszulagen.
Selbstständige zahlen ca. 1.5–3% Beitrag, erhalten dafür Zulagen für eigene Kinder. Regelung pro Kanton unterschiedlich.
'GmbH', 'AG' im Namen.
Rechtsformzusatz zwingend im Firmennamen. Bei Einzelfirma muss der Familienname vorkommen.
Gesamtarbeitsvertrag.
Branchenvertrag mit Mindestlöhnen, Arbeitszeiten, Ferien. In Gastro, Bau, Reinigung u.a. allgemeinverbindlich – gilt auch ohne Mitgliedschaft.
Kantonale Steuer auf Immobiliengewinne.
Fällt beim Verkauf von Liegenschaften an. Progressiv nach Haltedauer und Gewinn. Bei juristischen Personen teils in Gewinnsteuer integriert.
Öffentliches Verzeichnis aller Firmen.
Kantonales Register aller Rechtsträger. GmbH, AG und Genossenschaft entstehen erst mit dem HR-Eintrag. Einzelfirma ab CHF 100'000 Umsatz eintragungspflichtig, darunter freiwillig.
Internationaler Zahlungsverkehr-Standard.
camt.053 (Kontoauszug), pain.001 (Zahlungsauftrag). Ersetzt DTA. Für automatisierte Bankintegration in Buchhaltungssoftware nötig.
Steuerfreie Rückzahlung an Aktionäre.
Einlagen, Aufgelder und Zuschüsse, die Aktionär:innen über den Nennwert hinaus geleistet haben. Rückzahlung ist frei von Einkommens- und Verrechnungssteuer.
Sperrkonto vor Gründung.
Ein Bankkonto, auf das das Grundkapital vor der Handelsregister-Eintragung einbezahlt wird. Nach Eintrag wird das Konto in ein normales Geschäftskonto umgewandelt.
Kantonale Steuer auf Eigenkapital.
Zwischen 0.001% (NW) und 0.5% des Reingewinns bzw. Eigenkapitals. Wird oft auf die Gewinnsteuer angerechnet.
Staatlich verbürgter Kredit.
Vier regionale Genossenschaften verbürgen bis CHF 1 Mio. für Bankkredite an KMU. Bund trägt 65% des Verlustrisikos.
Zahlungsunfähigkeit.
Überschuldung + Illiquidität → Konkursanmeldung Pflicht (OR 725). Konkursamt übernimmt, Verwaltungsrat haftet bei verspäteter Anzeige.
BVG-Abzug vom Bruttolohn.
CHF 26'460 (2025) werden vom Jahreslohn abgezogen, bevor der BVG-pflichtige Lohn berechnet wird. Deckt AHV-Basis ab.
Lohnfortzahlung bei Krankheit.
Freiwillige Versicherung für Arbeitgeber. Deckt 80% des Lohns für 720 Tage. Selbstständige: eigene Versicherung dringend empfohlen.
Legal Entity Identifier.
20-stelliger Code zur globalen Identifikation von juristischen Personen bei Finanzgeschäften. Pflicht bei Wertschriftenhandel.
Grundstückerwerbsbeschränkung.
Ausländer:innen dürfen nur eingeschränkt Immobilien in der Schweiz kaufen – auch über Gesellschaften. Bei Immobilien-Startups relevant.
Geordnete Auflösung.
Beschluss GV → HR-Eintrag 'in Liquidation' → Schuldenruf (3× SHAB) → Sperrjahr → Verteilung → Löschung. Dauer: min. 12 Monate.
Vorzugsrecht im Exit.
Investor:innen bekommen im Exit ihr Investment (oder Vielfaches) zuerst zurück, bevor Stammaktionäre etwas erhalten. 1x non-participating ist Standard.
80% Lohn für 14 Wochen.
Über EO finanziert, max. CHF 220/Tag. Auch für Selbstständige, sofern AHV-pflichtig.
Reverse Charge auf ausländische Leistungen.
Empfänger zahlt MWST auf Dienstleistungen aus dem Ausland (z.B. Google Ads, SaaS) ab CHF 10'000/Jahr, auch wenn selbst nicht MWST-pflichtig.
Aktuell 8.1%.
Seit 01.01.2024 gilt der Normalsatz von 8.1% (vorher 7.7%). Reduzierter Satz 2.6%, Sondersatz für Beherbergung 3.8%.
Freiwillige Versteuerung.
Unternehmen unter CHF 100'000 Umsatz können freiwillig für die MWST optieren, um Vorsteuerabzug zu nutzen. Bindung: 1 Jahr.
Sanierungsverfahren.
Alternative zum Konkurs: Sachwalter prüft Sanierbarkeit, Gläubiger stimmen über Nachlassvertrag ab. 4–6 Monate Vollstreckungsschutz.
Non-Disclosure Agreement.
Vertraulichkeitsvereinbarung. In der Schweiz meist einseitig, bei Investorengesprächen oft unüblich – seriöse VCs unterzeichnen keine NDAs.
Nominalwert eines Anteils.
Bei der AG mind. CHF 0.01 pro Aktie, bei der GmbH mind. CHF 100 pro Stammanteil.
Umsatzabhängige Pauschalbesteuerung.
Historischer Begriff für die tiefen Firmensteuern in NW/ZG. Nach USR III / STAF gelten neue, harmonisierte Regeln.
15% Mindestbesteuerung.
Ab 2024 in der Schweiz: Ergänzungssteuer für Konzerne mit >750 Mio. EUR Umsatz. Für KMU nicht relevant.
Notariell beglaubigt.
Bei GmbH/AG-Gründung, Kapitalerhöhungen, Statutenänderungen zwingend. Kosten kantonal unterschiedlich (CHF 500–2'500).
Reduzierte Besteuerung von Patenterträgen.
Bis zu 90% Entlastung auf Reingewinn aus Patenten und vergleichbaren Rechten. Kantonal umgesetzt (max. 90%, ZH 90%, LU 10%).
2. Säule-Einrichtung.
Sammelstiftung, Verbands-PK oder eigene Stiftung. Wahl beeinflusst Kosten (1–2% Verwaltungskosten) und Rendite.
Freiwillige Einzahlung in 2. Säule.
Steuerlich abzugsfähig. Sinnvoll ab ca. 45, wenn Einkaufslücke besteht. Sperrfrist: 3 Jahre vor Kapitalbezug.
Bewertung vor/nach Investment.
Post-Money = Pre-Money + Investment. Bei CHF 4 Mio. Pre + CHF 1 Mio. Investment: Post 5 Mio., Investor hält 20%.
Handlungsvollmacht.
Umfassende Vollmacht zur Vertretung der Firma. Muss im HR eingetragen werden. Meist Kollektivprokura.
Standard-Rechnungsformat seit 2022.
Ersetzt Einzahlungsschein. QR-Code enthält alle Zahlungsdaten. Verpflichtend für alle Rechnungen in CHF und EUR in der Schweiz.
Direkt vom Lohn abgezogen.
Für Ausländer:innen ohne C-Bewilligung, Grenzgänger und beschränkt Steuerpflichtige. Arbeitgeber liefert direkt an Kanton.
Pflichtrücklagen.
Bei AG/GmbH: 5% des Jahresgewinns bis 20% des Aktienkapitals erreicht sind (Art. 672 OR).
Verbleibende Finanzierungsmonate.
Verfügbares Cash / monatlicher Net Burn. Ab <6 Monaten sollte aktiv Finanzierung gesucht werden.
Einlage in nicht-Geld-Form.
Maschinen, Fahrzeuge, IP als Kapitaleinlage. Braucht Gründungsbericht + Prüfungsbestätigung eines zugelassenen Revisors.
Kauf von Sachen kurz nach Gründung.
Wenn die Firma innert 2 Jahren nach Gründung Vermögen von Gründern kauft, gelten Sacheinlage-Regeln. Muss in Statuten stehen.
Simple Agreement for Future Equity.
US-Instrument, in der Schweiz rechtlich anpassbar. Investor:in erhält bei einer späteren Runde Aktien zu vorgegebenen Konditionen (Cap, Discount).
Vereinfachte MWST-Abrechnung.
Alternative zur effektiven Methode: Umsatz × branchenspezifischer Satz. Weniger Verwaltung, kein Vorsteuerabzug. Nur wählbar bis CHF 5.024 Mio. Umsatz und CHF 108'000 Steuerschuld.
Gebundene Selbstvorsorge.
Mit PK: max. CHF 7'258 (2025). Ohne PK (Selbstständige): 20% Nettoeinkommen, max. CHF 36'288 (2025). Steuerlich abzugsfähig.
Anerkennung durch Ausgleichskasse.
Kriterien: eigenes Risiko, mehrere Auftraggeber, eigene Infrastruktur, im eigenen Namen. Ohne Anerkennung: Scheinselbstständigkeit → Arbeitgeber-Pflichten.
Schweizerisches Handelsamtsblatt.
Amtliches Publikationsorgan des Bundes. Alle HR-Änderungen, Konkurse und öffentliche Mitteilungen werden hier veröffentlicht.
Vorübergehende Ruhestellung.
Bei Einzelfirmen: Geschäftstätigkeit temporär einstellen ohne Löschung. AHV kann angepasst werden. Bei Kapitalgesellschaften nicht möglich.
Steuerreform und AHV-Finanzierung (2020).
Ersetzt privilegierte Statusgesellschaften durch Patentbox, F&E-Zusatzabzug und tiefere Gewinnsteuersätze. Kompensiert über 2 Mrd. AHV-Zuschuss.
Nachweis über Sacheinlagen.
Erklärung der Gründer:innen, dass keine verschleierten Sacheinlagen oder Sachübernahmen vorliegen. Bestandteil der Gründungsakte einer GmbH/AG.
Grundordnung einer Kapitalgesellschaft.
Bei GmbH und AG zwingend. Regelt Firma, Sitz, Zweck, Kapital, Organe. Öffentlich urkundlich zu errichten.
Bundesabgabe auf Wertschriftenumsatz.
0.15% (CH) bzw. 0.30% (Ausland) beim Handel mit Wertschriften. Betrifft primär Banken und Effektenhändler.
Buchungsprinzip.
Geschäftsvorfälle werden dem Zeitpunkt zugerechnet, in dem sie wirtschaftlich stattfanden (nicht dem Zahlungszeitpunkt).
Ermässigung auf qualifizierten Beteiligungen.
Bei ≥10% Beteiligung: Bund besteuert Dividende zu 70%, Kantone zwischen 50% und 70%. Vermeidet doppelte Belastung.
Absichtserklärung bei Investments.
Nicht rechtsverbindliche Zusammenfassung der Konditionen (Bewertung, Anti-Dilution, Board-Rechte). Grundlage für den Aktionärsbindungsvertrag.
Unternehmens-Identifikationsnummer.
Eindeutige Nummer (CHE-123.456.789) für jedes Unternehmen. Ersetzt seit 2011 die alte MWST-Nummer und wird über EasyGov automatisch vergeben.
Unfallversicherung, obligatorisch für Angestellte.
Berufsunfall (BU): Arbeitgeber. Nichtberufsunfall (NBU) ab 8 Wochenstunden: Arbeitnehmer. Selbstständige: freiwillig über SUVA oder Privatversicherung.
2 Wochen bezahlt.
Seit 2021 gesetzlich. Über EO finanziert, 80% Lohn, max. CHF 220/Tag. Innerhalb 6 Monaten nach Geburt zu beziehen.
35% auf Dividenden & Zinsen.
Wird von der ausschüttenden Gesellschaft an die ESTV abgeliefert. Anrechenbar für Schweizer Ansässige, für Ausländer:innen teils rückforderbar (DBA).
Zeitlicher Erwerb von Anteilen.
Gründer:innen oder Mitarbeitende erhalten ihre Anteile über Zeit (typisch 4 Jahre mit 1 Jahr Cliff). Bei Austritt vor Ende fallen unvested Shares zurück.
MWST auf Einkäufen.
MWST-Pflichtige können MWST, die sie auf geschäftlichen Einkäufen bezahlen, von der eigenen MWST-Schuld abziehen.
Zentraler Firmenindex.
Bundeszentrale Datenbank aller HR-Einträge. Kostenlose Firmensuche und HR-Auszüge (elektronisch, ohne Beglaubigung).
Wer die Firma verpflichten darf.
Einzel- oder Kollektivunterschrift (zu zweien). Im HR eingetragen. Kollektiv reduziert Missbrauchsrisiko, kann aber Alltag lähmen.